Meerrettich

Zumindest seit dem Mittelalter ist der Kreuzblütler bei uns bekannt und wurde als Gewürz und Heilpflanze verwendet. Ich kannte die Pflanze früher nur unter dem Begriff „Kren“, wobei hier das „n“ eher verschwindet und das „e“ sich verlängert bzw. eher zum „ä“ wandelt. Sprachkundler aus dem Landkreis möchten mir an dieser Stelle verzeihen, denn in meiner Jugend konnte ich von den Großeltern verschiedene Sprechweisen aufschnappen. Zumeist an Ostern, frisch gerieben, zum G`selchten serviert, ist der Meerrettich aufgrund der Senfölverbindungen eine scharfe Delikatesse. Gezielt angebaut wurde die Pflanze bei uns nie, war aber da und wurde bei Bedarf ausgegraben. Die Ernte erfolgt i.d.R. mit dem Absterben der Blätter. Die Wurzeln werden ausgegraben und bei langen Lagerzeiten in leicht feuchtem Sand eingeschlagen. Die Seitenwurzeln, auch als Fexer bezeichnet, können im März und April bzw. gleich bei der Ernte im Oktober oder November wieder ausgepflanzt werden. Geerntet kann bis zum Neuaustrieb im Frühjahr werden, wobei die Pflanze auch ohne Zutun Jahre lang am gleichen Platz wächst. Die Wurzeln werden zur Vermehrung schräg in vorbereitete Gräben gelegt oder mit einem Pflanzholz eingepflanzt. Dies fördert das Dickenwachstum. Meerrettich bevorzugt für gerades Wurzelwachstum leicht durchwurzelbare und tiefgründige Böden. Denken Sie einmal wieder an diese Spezialität, denn neben dem Geschmack kann dem Meerrettich auch ein zeitgemäßer Nutzen zugeschrieben werden.